Mittwoch, 4. Januar 2012

Weihnachten

Lange gab es nichts mehr von mir zu hören. Das lag und liegt auch noch immer daran dass ich nach wie vor 3 Hausarbeiten vor mir habe und wirklich ziemlich beschäftigt bin. Nun, der Reihe nach.

Weihnachten war sehr ruhig, wir waren nur beim Essen und ansonsten hab ich nicht viel gemacht. Am Nachmittag sind wir endlich mal zum Schrein bzw. Tempel um die Ecke spaziert und haben uns das einfach mal angeschaut. Sehr interessante Verschmelzung von buddhistischer- und  Shinto-Architektur war das dort. Irgendwie wie ein buddhistischer Tempel mit Shintoschreinen und Verbindungen im Shinden-Stil. Aber hübsch war es und wir hatten einen netten Spaziergang.








Am Abend ging es dann zum Tabenomihodai, das heißt all you can eat and drink am Heiligabend - auch mal was anderes. Da wir noch mit den Fahrrädern heim mussten, haben wir es allerdings ruhig angehen lassen. Ich mag die Izakayas (eine Art Bar) mit abgetrennten Räumen sehr gerne... in der Nacht zum 25. hatten wir dann auch den ersten Schnee in Kyoto.


Die nächsten Tage waren eher ruhig. Am 26. gab es noch einmal einen Ausflug nach Nara, aber die Bilder die ich gemacht habe gleichen denen vom letzten mal. Für Erklärungen verweise ich also auf den letzten Eintrag aus Nara. Das Wetter war allerdings diesmal viel besser und ich war nicht alleine unterwegs, weswegen man mich auch mal sieht. Ein paar süße Rehe gibt es als Zugabe. :)












Am 29. bin ich dann auf große Reise nach Tokyo aufgebrochen, aber dazu mehr im nächsten Eintrag der hoffentlich heute noch folgt...

Sonntag, 25. Dezember 2011

Dienstag, 20. Dezember 2011

Warum so faul?

Kein Eintrag seid langer Zeit... warum ist das so?
Ich habe es schon im letzten angedeutet, ich leide unter akutem Zeitmangel.

Gestern Nacht habe ich die Präsentation für das Gruppendesignprojekt für "Japanese Gardens and Architecture" fertig gestellt. Außerdem habe ich gestern meine Hausarbeit für "International Monetary Studies" mit dem reizenden Thema "The United Kingdom - a peril for European integration?" abgegeben, die mich ziemlich gefordert hat, unter anderem weil ich hier ziemlich schlecht an Bücher komme und deswegen die Hauptargumentation aus Zeitungsartikeln der Yomiuri Shinbun, Spiegel Online, The Gurdian Online und Konsorten zusammenbasteln musste. Außerdem weiß ich nicht viel über Wirtschaft und musst mich lange einlesen. Man kann sich vorstellen, dass die Arbeit nach dem European Summit am 8./9. Dezember in Brüssel um einige Punkte erweitert werden musste. Cameron sei Dank.

Außerdem habe ich angefangen meine Hausarbeit für "Frontiers of Kyoto Humanities" zu schreiben die eine komparative Analyse des durch einen Manga ausgelösten Booms des Go-Spiels in Deutschland und Japan werden soll. Man kann sich vorstellen dass die wissenschaftlichen Quellen für ein nicht mal 6 Jahre zurück liegendes Randphänomen dürftig nicht vorhanden sind. Deswegen steige ich jetzt in die Feldforschung ein und bereite unter anderem ein Interview auf Japanisch vor, dass ich mit einem Go-Lehrer in Kyôto und eventuell dem Japanischen Go-Verband stellen möchte. Man wird sehen ob das so klappt wie ich mir das vorstelle.

Außerdem habe ich für meine Hausarbeit in "Japanese traditional literature" angefangen mich mit dem Heike Monogatari zu beschäftigen. Aufgabenstellung ist eine zielgerichtete Analyse eines klassischen Werkes auf frei wählbare Punkte, also zum Beispiel shukke, miyabi oder kakekotoba. (googelt es bitte für Erklärungen, ich mag jetzt nicht) Das ganze soll 12-15 Seiten single space sein, also bis zu 30 Seiten im in Deutschland üblichen double-space. Das ist... ne ganze Menge...

Weitere Hausarbeiten warten noch im Society Kurs, der aber eher ein Essay ist und deswegen nicht so anstrengend wird. Und natürlich der Religionskurs. Ich habe angefangen mich in Shingon (also esoterischem) Buddhismus einzulesen, vor allem hat mich das Konzept der Vajra interessiert, aber die Literatur auf Englisch hier ist nicht sehr ergiebig und das Thema ist... eventuell noch zu komplex für mich. Wenn alle Stricke reißen wird es also nur eine Arbeit über Shingon allgemein.

In den meisten genannten Kursen schreibe ich zusätzlich zur Hausarbeit noch eine Klausur, in einigen gilt es eine Präsentation zu halten. Dazu kommen noch die Abschlussprüfungen in den drei Blöcken Japanischunterricht.

Langweilig wird mir also nicht über Weihnachten, die Outline für Literature muss ich am 25. Dezember abgeben, dann geht es ab 4. Januar mit den Abgabefristen für die Arbeiten los, bis ich Ende Januar schließlich fertig sein sollte und die Klausurphase startet. Wenn ich gut voran komme... habe ich noch immer nicht ganz aufgegeben spontan nach Tokyo zu... schnecken. Mit Regionalzügen für 20€ und 9 Stunden lang mit 2-3 Nächten im Manga-Café oder so. Aber das wird dann eher nach Gusto entschieden.

Danach wird aber wieder fleissig was unternommen. Stephanie kommt dann nämlich auch bald vorbei, und dann Dom und Wolfi.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

クリスマス市とか。。。

Letzte Woche waren nun also die Mid-Term-Tests. Ich war so erkältet, dass ich im Prinzip nur geschlafen habe, trotzdem sind die Noten im positiven Bereich gelandet. Gott sei Dank. Ab Mitte Dezember bis Mite Januar sind auch meine 6 Hausarbeiten fällig, die teilweise bis 15 Seiten bei ganz normalem akademischen Niveau mit Bibliographie und Quellverweisen umfassen. Wer auch immer das Märchen in die Welt gesetzt hat, man würde hier nur Kindergartenseminare besuchen und zum Abschluss würde ein Essay mit persönlicher Meinung reichen... nun, der war wohl nicht an meiner Uni. Ich könnte mich jetzt noch seitenlang über Regenwetter, schlecht isolierte Gebäude und meine zu kurzen Socken beim Fahrrad fahren auslassen, aber da ich das allgemeine Gejammer selber schon nicht mehr hören kann, gehe ich gleich mal zu den interessanten Dingen über.

Am Sonntag war ich mit Malindy in Osaka wo wir den deutschen Weihnachtsmarkt besuchen wollten. Zu meiner Verblüffung war es tatsächlich ein mehr oder weniger authentischer Weihnachtsmarkt, mit Buden, Baum und stimmungsvoller Musik. Nur die Preise waren völlig aus dem Rahmen. Ich hatte eine gar nicht so schlechte Bratwurst mit ziemlich schlechter Semmel und 100g gebrannte aber kalte Mandel für jeweils 6€. Auf den Glühwein habe ich dann aber verzichtet, denn der plünderte mit 11(!)€ pro Tasse so ziemlich jeden Geldbeutel. Ansonsten war die Atmosphäre aber nicht sehr weihnachtlich, denn der Markt stand mitten unter dem Umeda Sky Building, einem der abgefahrensten Wolkenkratzer der Stadt. Höchstwahrscheinlich weil das deutsche Generalkonsulat auch dort sitzt. Außerdem hatte es angenehme 17°C und praller Sonnenschein. Wir sind dann noch auf die Spitze des Gebäudes gefahren, dem "Floating Garden Observatory", wo man eine nahezu ungehinderte Sicht auf die ganze Stadt hat.









Nach dem Sky Building ging es dann noch in die Stadt rein, wir sind von Umeda über Yodoyabashi bis zu Nipponbashi gelaufen, primär durch Nebenstraßen, weil ich der Meinung bin, so lässt sich das Ambiente einer Stadt besser erkunden. Die Gegend um Nipponbashi ist Vergnügungsviertel pur und am schönsten bei Nacht, weil alles glitzert und blinkt. Natürlich bin ich wieder im Gebrauchtladen gelandet und habe ordentlich spottbillige CDs eingesammelt... Danach ging es dann auch schon wieder zurück nach Kyoto, aber wir sind auch gut drei Stunden gelaufen, da war das Sitzen im Zug ganz angenehm.