Mittwoch, 30. November 2011

四国 1

Hallo Leute,

ich bin krank. Also eher ein wenig erkältet, aber auf dem Weg zur Besserung. Die Mid-Term-Tests sind endlich rum, auch wenn ich wegen besagter Erkältung viel zu wenig gelernt und viel zu viel geschlafen habe. Aber ich habe trotzdem gute Aussichten gut abzuschneiden. :)

Also nun der versprochene Eintrag zu Shikoku. Shikoku ist Japans kleinste der vier Hauptinseln und etwa 2 Stunden Busfahrt in südwestliche Richtung von Kyoto entfernt. Das ganze war eine Exkursion, die von der Universität Kyôto finanziert und geplant wurde, dementsprechend war es komplett kostenlos für uns. Wir sind also von der Uni aus mit dem Bus Richtung Shikoku gefahren, ich weiß nicht mehr wirklich genau wo wir lang gefahren sind, aber ich habe versucht es mal auf der Karte darzustellen.



Erster Zwischenstop war Himeji, das sich noch auf Honshû befindet. Das Schloss von Himeji gilt als eines der schönsten Schlösser Japans überhaupt. Man hat uns schon vorgewarnt, dass es bis 2015 restauriert wird, aber in welchem Umfang das geschieht, das war mit nicht bewusst. Ich präsentiere also: den weißen Würfel von Himeji. Man sieht das Schloss - einfach - überhaupt - nicht. Die Japaner haben ein gigantisches Haus drumherum gebaut! Trotzdem waren Schlosspark und Wehranlagen, die wir auf Grund der Bauarbeiten exklusiv betreten durften, interessant genug, um nicht ganz enttäuscht zu sein. Beachtenswert dabei: Kirschblüten. Ende November. Das hätte ich nun wirklich nicht erwartet. Dafür waren die Katzen cool, sie haben die ganze Zeit Fischflocken vom Boden geschleckt.







Schloss < - -

Als nächstes ging es dann Richtung Shikoku. Da es wie gesagt eine Insel ist, mussten wir natürlich über's Meer, oder besser gesagt über die Seto-Inlandsee. Gut dass die Japaner gigantische Brücken gebaut haben, und so ging es über die große Seto-Brücke (knapp 10km) rüber nach Shikoku, wo wir dann gleich einen Zwischenstop am zu der Brücke gehörenden Museum gemacht haben. Ich gestehe, ich bin nicht oft am Meer, und mich hat die Brücke sehr beeindruckt, auch wenn es "nur" die Seto-Inlandsee ist und man das andere Ufer sehen kann - es war das Meer. Inklusive Wind und Wellen. Deswegen habe ich das Museum auch gar nicht erst betreten, sondern mit den anderen den Sturmwall erklommen und einfach nur das Ambiente genossen.





Auf Grund der vielen Bilder die meinen Rechner überfordern, mache ich erstmal einen Cut. Weiter geht's im nächsten Eintrag.

Sonntag, 27. November 2011

僕の部屋

Hallöchen!

Shikoku war klasse! Wirklich richtig genial, und alles wurde bezahlt von der Uni. Ich muss den Blog dazu aber leider noch ein wenig aufschieben, ich habe über 500 verwertbare Fotos gemacht (vor dem aussortieren waren es 1200) und es wird etwas dauern bevor ich das zu einem Eintrag zusammengeflickt habe. Ein paar ausgewählte Fotos könnt ihr auf meinem Tumblr Account sehen, den ich angelegt habe, weil mein Speicherplatz hier voll ist, und ich nur noch kleine Fotos hochladen darf. Deswegen für hohe Qualität Tumblr. Schaut einfach mal vorbei:

http://whisi.tumblr.com/

Ansonsten lerne ich gerade viel für die Mid-Term Tests. Es ist verdammt viel Stoff der sich bei 9 Stunden Japanisch pro Woche anhäuft, aber ich bin guter Dinge. Die wöchentlichen Tests haben mich ein wenig mitlernen lassen. Aufgeräumt habe ich auch endlich, deswegen kann ich euch jetzt endlich mal Fotos von meinem mehr oder weniger fertig eingeräumten Zimmer zeigen. Allons-y, Alonso! Da fällt mir ein, bald ist wieder Christmas-Special-Zeit. Auch wenn es absurd ist und ohne Freunde nicht das Gleiche, bringt mir Dr. Who ein wenig Heimat nach Japan.

Der Eingangsbereich (Genkan) mit erhöhter Stufe um in den Küchen- und Wohnbereich zu kommen. Dort lässt man die Schuhe und wechselt in Hausschuhe, falls man denn welche hat. Meine sind noch in einem Paket aus Deutschland. Also Socken. Zur linken mein Reiskocher, Kaffeemaschine, Wasserkocher und ein paar Stangen Negi (Frühlingszwiebeln) sowie ein kleiner Sack Reis.
Die andere Seite, vom Eingang aus gesehen. Wie man sieht ist mein Zimmer alles andere als klein, es lässt sich dort wunderbar aushalten. Das große Fenster ist, was Licht angeht ein Segen, allerdings ist es einglasig und die Außentemperatur entspricht so ziemlich der Raumtemperatur. Heizen kann ich nur mit der Klimaanlage über dem Fenster, die macht zwar warm, aber nur oberflächlich. Sobald man sie ausschaltet, wird es sofort wieder kalt. Heizen mit Strom ist außerdem sehr teuer. Aber es gibt ja Pullover. :)
 Meine Küchenzeile. Nur eine Induktionsplatte, ein kleiner Kühlschrank und eine Spüle die man nicht per Stöpsel verschließen kann. Außerdem fehlen die Regalböden und statt Handtuchalter gibt es nur noch Schrauben in der Wand. Aber es ist absolut ausreichend für eine Person. Wie ihr seht ist mein Kühlschrank auch sehr gut gefüllt, weil ich nur noch selten außerhalb esse. Das ist einfach zu teuer auf Dauer.
Mein Bad. Besteht komplett aus Plastik, kann deshalb statt geputzt einfach mit der Dusche abgesprüht werden, nachdem man Klopapier und so in Sicherheit gebracht hat. ;-) Ansonsten wie ihr seht: eine dieser tiefen japanischen Badewannen, die ich sehr mag, aber nur selten benutze. Es braucht unendlich viel Wasser und meine Gasrechnung war schon hoch genug.

Mein Bett und rechts der Esstisch. Links oben ein Erdbebensicheres Regal. Und ja, ich habe nur für das Foto das Bett gemacht. Normalerweise sieht das nicht so einladend aus. 


Mein Regal neben dem Esstisch, mit allem was ich so besitze hier. Mangas, Bücher, CDs und dreckige Wäsche. Oh ja und meine absolut billige Gitarre die ich trotzdem lieb gewonnen habe.

Ich nennen ihn Allzweckschrank. Er beinhaltet einfach alles. Unisachen, Papiermüll, Wäsche, Essen, Küchenutensilien und allen Kleinkram der nirgendwo mehr Platz gefunden hat. Was anderes bleibt mir auch gar nicht übrig, denn im Prinzip ist der Schrank die einzige Möglichkeit irgendwas zu verstauen. Aber wie schon bei der Küche: für eine Person völlig ausreichend, auch wenn ich mich immer noch jeden Tag daran gewöhnen muss, dass meine Wäsche neben Nahrung und unter Putzsachen liegt.
Schrankdetails. Eine Weihnachtsfigur und en Familienbild. Es gibt übrigens noch einen Teil der Familie der da auch noch hängen möchte! Also, Ilmenauer, schickt mir Fotos!
Mein Arbeitsplatz. Ich habe die Tage erst alles umgeräumt, damit ich den Rechner mit meinem kurzen Kabel an den Internetanschluss bekomme und am Tisch sitzen kann. Vorher stand da das Bett, und Bett + Arbeit verträgt sich niemals gut. Am Tisch lässt es sich einfach effektiver Lernen.

Und das ist der Blick von meinem Balkon auf den Sportplatz. Ja, es gibt schönere Ausblicke. Aber man will ja nicht wählerisch sein.

Ansonsten... lerne ich jetzt weiter für die Mid-Terms, und ich versuche kommende Woche dann den Shikoku-Eintrag zu machen. Freut euch auf Kirschblüten, Meer, Brücken, Natur, Schreine, Onsen und mich im Yukata. Bis dann! :)

Mittwoch, 23. November 2011

大阪

Endlich habe ich es einmal nach Osaka geschafft! Osaka ist die drittgrößte Stadt Japans und kommt nach allem was man mir erzählt hat sehr nah dran an die Glitzerwelt von Downtown-Tokyo. Es war verdammt beeindruckend und ich habe ein paar Dinge eingekauft von denen ich nicht einmal im Traum gedacht habe, dass sie noch existieren. Zum Beispiel der Bandscore von der Siam Shade A-Side Collection. (ein Buch mit Noten zum nachspielen, im Prinzip) Ich bin spontan und ohne Vorbereitung hingefahren, meinen Reiseführer hatte ich auch vergessen, deswegen war ich total aufgeschmissen im Großstadtjungle. Nach dem ersten Tag dort besteht Osaka für mich also aus einer Aneinanderreihung von Shoppingmeilen.  Endlos. Wir waren einkaufen, essen, haben Videospiele gespielt (Mario Kart z.b.) , ich hab das erste mal etwas aus einem Ufo-Catcher gezogen (2 Plüschtiere mit einem Greifversuch, ha!) und die ganze Szenerie und tausende Menschen in engen Gängen haben auf meine Sinne eingehämmert.

Deswegen auch mein Fazit des ersten Tages dort: Das beste an Osaka ist, dass man für 4€ mit dem Expresszug von Kyoto hinkommt. Es ist eine verdammt beeindruckende und glitzernde Großstadtwelt die man da präsentiert bekommt, aber sie zeigt mir auch mit lautem Getöse auf warum ich mich so schnell in Kyoto verliebt habe und warum ich auch so gerne in München lebe: ich brauche Großstädte mit Charakter. So wie eben Kyoto und München. Osaka und vermutlich auch Tokyo sind großartige Städte für Ausflüge. Aber nich um dort zu leben. Aber Fotos können Glitzer natürlich besser transportieren, also los gehts!







Heute war noch Uni-Fest und ich hab ein paar Bands angeschaut und ein wenig was gegessen, aber bin schnell wieder heim, weil es morgen früh zeitig nach Shikoku geht. Das Programm ist straff, aber alles ist kostenlos und von der Uni bezahlt. Mehr zu Shikoku dann am Wochenende. :)

Donnerstag, 17. November 2011

Rurikei Camping

Hallo werte Blog-Leser. Die Einträge werden rar, das liegt vor allem daran dass ich wochentags momentan einfach total ausgebucht mit Uni bin und eigentlich froh bin wenn ich schlafen kann. 9 Stunden Sprachkurs, jeweils 3 am Stück, machen einfach dermaßen müde... Außerdem stehe ich eigentlich jeden Tag um 6:30 auf um zu skypen und joggen zu gehen, deswegen bin ich Abends, nach meinem Uni-Heimweg über die Berge, meistens ziemlich fertig. Trotzdem macht mir alles hier viel Spaß - sogar die Unikurse. Am Wochenende regnet es ja so ziemlich immer, aber letzte Woche hatten wir halbwegs Glück mit dem Wetter. Gott sei Dank, denn wir waren im Rurikei Camping-Areal, ein Auslug der vom hiesigen iAT Club organisiert wurde. Der Weg dahin war abenteuerlich, erst mit dem Zug nach Sonobe und dann im Bus mitten ins Nirgendwo.


Nachdem der Bus uns irgendwo im Nirgendwo herausgeschmissen hatte, sind wir dann einen Wanderweg an einem kleinen Bach entlang gelaufen, der gespickt war mit allerlei Steinen, die oftmals auch irgendwas darstellen sollten. Man brauchte allerdings... ein wenig Fantasie dafür.






Folgende Steine stellen nun also einen Tigerkopf, ein Go-Brett und eine Schildkröte dar. Naja...



Und noch mehr Natur...



An der Herberge angekommen haben wir dann erstmal unser Lager aufgeschlagen und dann Suppe gemacht... schönes Herbstlaub gab es auch. :)





Ab hier gibt es leider keine Bilder mehr, denn danach waren wir in einem Onsen (heisse Bergquelle) und haben uns dort knapp 4 Stunden einweichen lassen. Ich musste mein Tattoo mit Pflastern überkleben (denn Tattoos tragen nur Angehörige der Yakuza...), aber ansonsten war es einfach nur total lässig...

Ansonsten bin ich heute meine Jogging-Strecke mal mit dem Rad abgefahren, weil so schönes Wetter war, und die Bilder möchte ich auch noch teilen, weil hier auch so langsam der Herbst beginnt, und das Laub sich langsam rot färbt. (Momiji)






Zu guter Letzt koche ich derzeit auch viel selber um ein wenig Geld zu sparen. Das schließt auch Bento-Boxen (Lunchboxen zum mitnehmen) mit ein. Kurioserweise schmeckt es meistens sogar... ;-)


Ansonsten steht ein ruhiges Wochenende an, es soll regnen. Am Mittwoch fahre ich aber nach Shikoku (und auf dem Weg dahin Himeji) wo ich in einem Ryôkan (traditionelles japanisches Hotel) übernachten werde und wo es ebenfalls wieder einen Onsen gibt. Darauf freue ich mich schon sehr, denn es ist komplett von der Uni bezahlt. :) Wenn wir wieder kommen werde ich dann beim November-Festival hier an der Uni rumgeistern, mein Circle tritt quasi 4 Tage durchgehend von früh bis Abends auf. Sauber. :)